Nederlandse Kampioenschap Hollandse Herder 2011

 

Freitag, 1 Juli 2011:

Und wieder heißt es: Koffer packen, Auto laden, Hunde nicht vergessen und ab geht’s Richtung Norden. Kurzer Zwischenstopp in Karlsruhe: Sabine und „Boyd’s Bullriding Floyd“ einladen und schon geht die Fahrt weiter. Holland, wir kommen! Wieder einmal Aufregung pur: was erwartet uns beim „Nederlandse Kampioenschap Hollandse Herder“ in diesem Jahr? Wer wird alles dabei sein? Wen werden wir wiedersehen, wen neu kennen lernen? Wie wird die Prüfung laufen? Wie stark ist die Konkurrenz? Ob wohl alles klappt? Wird das Wetter mitspielen? Regen oder Hitze? ….. Zig Fragen, die uns auf der langen Fahrt beschäftigten.

Mit vier Teilnehmern war die deutsche Mannschaft die größte nach der Niederländischen. Außer Sabine Deutschmann und mir waren noch zwei deutsche Teams mit dabei: Petra Stellmacher mit ihrem „Josch“ und Sigrid Schmid mit ihrer „Ciara“. Mit siebzehn Teams war das Teilnehmerfeld größer als im vergangenen Jahr: zwölf  Starter in IPO 3, eine Starterin in IPO 2 und vier Starter in IPO 1. Die Mannschaften kamen aus den Niederlanden, Österreich, Schweiz, Tschechien und aus Deutschland.

Mit einem großen „Hallo“ wurden wir auf dem Hundeplatz des NBG HSV Hoogkerk herzlich begrüßt. Viele bekannte Gesichter, aber auch einige neue waren dabei. Züchter, Teilnehmer, Fans, Hundesportler – eine große internationale Schar von Hollandse-Herder-Freunden hat sich wieder einmal in Hoogkerk getroffen!

Dann ging es gleich mal los ins Fährtengelände. Holländische Wiesen riechen bestimmt anders als die heimischen deutschen, da schadet es nicht, eine kleine Übungsfährte zu suchen. Ein Konkurrenzdenken gibt es beim gemeinsamen Training nicht: zusammen mit anderen Teilnehmern wird gefährtet und man hilft sich gegenseitig, es werden Gegenstände ausgetauscht, Tipps gegeben. Zurück auf dem Hundeplatz ist noch kein Faulenzen angesagt: eine kurze Unterordnung und ein Schutzdienst mit Jack Stienstra als Helfer stehen auf dem Programm.

 

Samstag, 2. Juli:

Auch der Samstag ist Übungstag: in allen drei Abteilungen wird intensiv trainiert und die Hunde auf den Wettkampf am Sonntag vorbereitet. So mancher war dann doch erstaunt, als er die Schreie des holländischen „Pakwerkers“ Sjors Jonkers zum ersten Mal live erlebte. Die Belastungsphasen sind richtige „Belastungen“….. Auch der Nachwuchshelfer Jack arbeitete gekonnt und souverän die Hunde. Am Training haben nicht nur die Starter des Wettkampfes teilgenommen, sondern auch andere Hundeführer, teils auch mit anderen Gebrauchshunderassen.

Nachmittags ging es zum gemütlichen Teil über: BBQ! Lecker, was da auf den Grill kam! Zum Nachtisch ein deutscher Schnapps oder Likör??? Da sagt keiner Nein! Das lässt die Aufregung vergessen…. Geschichten, Diskussionen, Fachsimpeleien, … es wurde viel erzählt und gelacht. Ein Dudelsack-Spieler unterhielt uns mit pfeifenden Melodien. Ein Blick auf die Uhr… Oh je, schon so spät? Das wird wieder eine kurze Nacht, morgen geht’s früh raus!

 

Sonntag, 3. Juli:

Auf dem Hundeplatz angekommen, beginnen bereits die ersten Unterordnungen, gerichtet von LR Boll (Deutschland). Die ersten Fährtenergebnisse werden bekannt gegeben. Hut ab: überwiegend hohe Punktzahlen. Dann ist für unsere Gruppe Abfahrt ins Fährtengelände. Die „Spoorleggers“ Jan v/d Visch und Jan Rietveld hatten faire Fährten gelegt. Dazu saftige gleichmäßige Wiese – top Voraussetzungen für eine gute Fährte, was sich in den Ergebnissen zeigte: so konnte LR Matekovic sieben Mal die Wertnote „vorzüglich“ und sieben Mal die Wertnote „sehr gut“ vergeben. Mit 99 Punkten erreichte „Glenmore“ die höchste Punktzahl in Abteilung A.

 

In der Unterordnung waren „Glenmore“ und ich zusammen mit dem niederländischen Starter Anne-Jan Machiela mit seinem „Holland Franko v.l. Dobry“ die letzte Gruppe. LR Boll lobte unsere Vorführungen und konnte beiden, „Franko“ und „Glenmore“, 95 Punkte und damit die bisher höchsten Punktzahlen in Abteilung B vergeben. Die beiden Schutzdiensthelfer Sjors Jonkers (Erster Teil)und Rene Wever (Zweiter Teil) richteten sich für die letzte Schutzdienstgruppe. Jetzt wurde es wieder mal spannend: Anna-Jan und „Franko“ hatten in der Fährte 96 Punkte erreicht. Damit hatten wir zwar drei Punkte Vorsprung, aber würde das zum Sieg reichen? Anne-Jan war vor mir im Schutzdienst an der Reihe und während ich „Glenmore“ richtete, hörte ich jubelnde Zuschauer. Erinnerungen an letztes Jahr wurden geweckt: Tony hatte mit „Excellent“ direkt vor mir einen 100-er Schutzdienst gezeigt. Ich hatte nicht daran geglaubt, dass wir das erreichen könnten und doch ging auch „Glenmore“ 2010 mit 100 Punkten in Abteilung C vom Platz. Anne-Jan und Franko erhielten von LR List 95 Punkte. Mit rasenden Herzklopfen legten wir los: „Glenmore“ zeigte sich von seiner besten Seite und wurde wieder mit 100 Punkten belohnt! Damit hatten wir unseren Titel „Dutch Champion“ erfolgreich verteidigen können. Anne-Jan Machiela mit „Holland Franko v.l. Dobry“ wurde mit 286 Punkten Zweiter und auf Platz drei landete die Schweizerin Marion Flurie mit „Havrevingens Rocky“ (97/92/92 281 P.). In IPO 2 erhielt die Tschechin Eva Rokosová mit „Delambree Vittorio Wapini von Folge“ 250 Punkte. Den ersten Platz in IPO 1 erreichte Willem de Vries mit „Holland Haru v. Le Dobry“ mit 268 P (Niederlande) vor Helma Kling mit „Holland Indra v. Le Dobry“ (Niederlande), ebenso 268 Punkte, und Bettina Schwarz mit „Cooper Le Gladiateur“ (252 P/Österreich).

 

2011 waren nicht nur mehr Teilnehmer am Start sondern auch das Leistungsniveau war höher. Die Ergebnisse der deutschen Mannschaft im Einzelnen:

Platz 1: Andrea Manthey/Boyd’s Bullriding Glenmore 99/95/100 294 P/Dutch Champion

Platz 6: Sabine Deutschmann/Boyd’s Bullriding Floyd 95/91/89 275 P

Platz 8: Sigrid Schmidt/Ciara 96/83/91 270 P

Platz 9: Petra Stellmacher/Josch 93/80/95 268 P

 

Mein besonderer Dank geht an die Organisatoren der „Werkhondengroep de Hollander“ und die vielen helfenden Hände des „NBG HSV Hoogkerk“, allen voran Familie Stienstra, die wieder einmal viele Tage unermüdlich im Einsatz war und immer freundlich und hilfsbereit zur Verfügung stand.

Sonntagabend hieß es wieder einmal „ Auf Wiedersehen“ zu sagen – schon wieder war ein langes, anstrengendes aber wunderschönes Hundesport-Wochenende zu Ende!

Auf Wiedersehen bis zum nächsten Jahr beim „Nederlandse Kampioenschap Hollandse Herder“ in Hoogkerk!

 

PS: Und das Wetter hat auch mitgespielt. Es gab zwar einzelne Schauer, aber so richtig nass wurden wir zum Glück nie

Fotos: Sabine Boyd

 

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