Ein Hollandse Herder wird DVG-Bundessieger IPO 2012

Hundesportler aus dem Team Yannick waren wieder sehr erfolgreich bei der Bundessiegerprüfung IPO 2012 in Bad Salzuflen.

Am 13. - 15. April trafen sich die besten Schutzhundesportler aus dem Deutschen Verband der Gebrauchshundesportvereine in Bad Salzuflen um den Bundessieger zu ermitteln.

Die beiden Hundesportler Andrea Manthey (MV Friesenheim) und Johann Krenn (MV Honau) qualifizierten sich über die Landesmeisterschaft in Baden-Württemberg als Landesmeisterin und Vizemeister zu dieser Veranstaltung.

 

Aus weiteren 15 Landesverbänden gingen insgesamt 60 Hundeführer/innen an den Start. Zahlenmäßig am meisten war die Hunderasse der Malinois vertreten, spärlich dagegen Hunde von anderen Rassen wie Deutsche Schäferhunde, Riesenschnauzer, Airedale und Hollandse Herder.

Die Auslosung der Startnummern erfolgte dieses Jahr in umgekehrter Reihenfolge und so mussten wir als vorletzter Landesverband, es folgten nur noch die Starter aus Amerika und der Vorjahressieger, aus den letzten 4 Losen unsere Startnummern ziehen. Wie der Zufall es wollte, waren es die Nummer 28 für Andrea und die 29 für Johann. Die mitgereisten Betreuer und Fans atmeten auf, keine Zeitüberschneidungen bei den einzelnen Sparten und das tolle Frühstück in unserem gemeinsamen Hotel war ebenfalls gesichert.

Am Samstag um 16 Uhr 10 ging Andrea mit ihrem Glenmore an den Start zur Vorführung in der Abteilung „B“ der Unterordnung.

Dass Andrea über die Vergabe der Podiumsplätze ein gewichtiges Wort mitreden würde war allen Fachleuten bewusst, zweimalige Landesmeisterin, der 3. Platz im Vorjahr bei dieser Veranstaltung, Platz 11 bei der dhv-Deutschen Meisterschaft und Platz 9 bei der VDH-Deutschen Meisterschaft deuteten dies an. Letztes Jahr noch unter Wert beurteilt, mit nicht ganz nachvollziehbaren Entscheidungen der  Leistungsrichter, hofften alle, dass sich der Erfolg für die vielen Trainingseinheiten mit dem Team um Yannick Kayser, einstellen würde.

Auch Glenmore wollte alles geben und so begann der Rüde etwas übermotiviert die Freifolge. Alle weiteren Übungen wurden dann in gewohnt aufmerksamer, freudiger und korrekter Manier mit seiner Hundeführerin präsentiert. Ein Anstoßen der Hundeführerin mit dem Apportierholz beim Bringen auf ebener Erde war noch der einzige markante Fehler, der auch zu recht bemängelt wurde. Eine sehenswerte Vorführung beendete das Team mit einem rasanten Voraus, welches mit Szenenapplaus des fachkundigen und an diesem Tag recht zahlreich erschienenen Publikums bedacht wurde. Knapp an einer vorzüglichen Bewertung vorbei, bekamen Andrea und Glenmore das höchste Sehr Gut mit 95 Punkten.

Unser zweiter Starter, ebenfalls aus dem Team Yannick, war Johann mit seinem Baron und sie gingen in der nächsten Gruppe an den Start zur Vorführung in der Abteilung „B“, der Unterordnung. Johann qualifizierte sich, wie Andrea, über die Landesmeisterschaft IPO von Baden-Württemberg zu dieser Bundessiegerprüfung, als Vizemeister.

Vor allem der Hundeführer präsentierte dem Publikum eine fast perfekte Vorführung der Unterordnung. Wenn Baron die Zuläufe zu seinem Hundeführer etwas druckvoller ausgeführt hätte, wäre eine vorzügliche Bewertung in greifbarer Nähe gewesen, aber das ganze Betreuerteam und vor allem Johann waren überglücklich als vom Leistungsrichter 93 Punkte für diese sehr gute Vorführung verkündet wurden.

Nach einer kurzen Pause begann der Schutzdienst. Unsere beiden Teams starteten, durch die glückliche Auslosung, hintereinander.

Zuerst Andrea: 

Streife nach dem Helfer, vorzüglich. Stellen und Verbellen, am Anfang sehr druckvoll und dominant, zum Ende im Verbellen etwas nachlassend, gut. Fluchtverhinderung des Helfers, vorzüglich. Abwehr eines Angriffes aus der Bewachung, vorzüglich. Rückentransport und Angriff aus dem Rückentransport, vorzüglich. Angriff aus der Bewegung, Griff etwas voller, sehr gut. Abwehr aus der Bewachung mit anschließendem Seitentransport, auch hier Griff etwas voller und sich beim Seitentransport besser leiten lassen, sehr gut. Gesamt 96 Punkte ein Vorzüglich. Der Titel für Andrea war greifbar, nur Knut Fuchs mit seinem Leeland vom Further Moor und (B 95, C 97) und Daniel Jannett mit seinem Malinois „Santanas Angel's Arek“ (B 94, C 98) hatten jeweils einen Punkt mehr. Die Fährten am nächten Tag mussten entscheiden.

Dann Johann:

Auch Baron, der Maliniosrüde von Johann, startete mit einem sehenswerten Schutzdienst.

Streife nach dem Helfer, vorzüglich.  Stellen und Verbellen, vorzüglich. Fluchtverhinderung des Helfers, hier verpasste der Rüde etwas den Einsatz, so dass er den Griff nicht ganz voll setzen konnte, gut. Alle weiteren Verteidigungsübungen und die Unterordnungssequenzen waren im Vorzüglich. Einzig die Bewachung des Helfers, hier sollte sich der Rüde etwas dominanter zum Helfer präsentieren. Am Ende konnte der Leistungsrichter 88 Punkte, ein hohes Gut für diese tolle Leistung bei der ersten Teilnahme bei einer Bundessiegerprüfung vergeben. Auch hier musste die Fährte für das nächste Ziel, die Qualifikation zur dhv-Deutschen Meisterschaft entscheiden.

 

Sonntagmorgen, die Temperatur etwas milder wie am Vortage, aber immer noch sehr Kühl, nur 4°C. Dafür blies der Wind sehr kräftig und die gefühlte Temperatur war weit im Minusbereich.

Der guten Stimmung der Hundeführer und der Fans in der gemeinsamen Frühstücksrunde tat dies aber keinen Abbruch. Die Operation Qualifikation und Titel konnten in Angriff genommen werden.

Pünktlich um 8 Uhr 10 ging es in einer Fährtengruppe ins Gelände. Die Auslosung Vorort, Andrea zog die Nummer 2 und Johann die Nummer 5.

Das Gelände für Glenmore, vielleicht etwas zu einfach und so erhöhte der Rüde das Tempo nach den Winkel immer ein klein wenig. Alles andere, wie intensives mit tiefer Nase suchend, korrektes Verweisen der Gegenstände und perfekter Wiederansatz wurden von Glenmore gezeigt.

Und Andrea legte vor. 98 Punkte in der Fährte, 95 Punkte in der Unterordnung und 96 Punkte im Schutzdienst, gesamt 289 Punkte, vorzüglich.

Nicht nur das Können, sondern auch das Losglück entscheiden über den Ausgang einer Meisterschaft.

Als Johann seinen Baron zum Fährtenansatz auf der anderen Seite des Hügels führte, frischte der Wind nochmal stark auf. Der Rüde zeigte sich kämpferisch und meisterte die schwierigen Bedingungen bis zum Ende der Fährte. Alle Gegenstände wurden korrekt verwiesen. Durch den Wind war das Suchbild des Hundes leider etwas zu breit und an zwei Winkeln musste der Rüde kreisen, so standen am Ende 87 Punkte, ein hohes Gut auf dem Richterblatt.

87 Punkte in der Fährte, 93 Punkte in der Unterordnung und 88 Punkte im Schutzdienst, gesamt 268 Punkte, gut.

Die Enttäuschung, dass man das Ziel „Qualifikation zur dhv-Meisterschaft“ um 2 Punkte verfehlt hatte, hielt sich in Grenzen. Bei der ersten Teilnahme an einer großen Prüfung und dann von 60 Teilnehmern den 30. Platz zu erreichen, kann sich sehen lassen. Die Freude über eine tolle Prüfungsleistung kehrte nach wenigen Minuten bei Johann und den ganzen Fans zurück.

Jetzt wurde gerechnet. Welcher Hundeführer hat mehr Punkte?

Als die Meldung aus dem Fährtengelände kam, Knut Fuchs hat 87 Punkte, konnte man es kaum fassen, der Titel rückte ein Stück näher.

Bis zur letzten Vorführgruppe musste gewartet werden, denn dort führte der Landesmeister vom Landesverband Nordrheinland seinen Hund vor. 99 Punkte hatte das Team in der Fährte am Vortag vorgelegt. Dann 91 Punkte in der Unterordnung. Ein neunundneunziger Schutzdienst würde reichen um den größten Erfolg im Hundesport für Andrea zunichte zu machen. Aber 92 Punkte am Ende reichten nicht.

Andrea mit ihrem außergewöhnlichen und wahrscheinlich einzigartigem Hollandse Herder, Boyd's Bullriding Glenmore holen nach 2009 durch Yannick Kayser wieder den DVG-Bundessiegertitel IPO nach Baden-Württemberg.

Ich bin stolz zu diesem Team dazu gehören zu dürfen und möchte mich besonders bei unseren mitgereisten Fans recht herzlich für die tolle Unterstützung bedanken.

Mannschaftsführer und Teammitglied

Dieter Jäkel

 

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