9./10. April 2011
DVG Bundessiegerprüfung in Lütjenburg
 
 
Vorab möchte ich sagen: es war eine tolle Veranstaltung, super organisiert, günstiges und gutes Essen, nette Leute, herrliches Wetter (nach nem stürmischen Freitag), tolle Landschaft, … dazu der treue Fan-Club und die klasse Leistung unserer vierbeinigen Team-Partner.
 
So, jetzt der Reihe nach:
Freitag hats heftig gestürmt (also ich bin ja Nordsee-erfahren und weiß, dass da oben mehr Wind ist als bei uns, aber es war wirklich stürmisch). Uns ist schon himmelangst wegen der Fährte geworden. Die Übungsfährte hat Glenmore aber ohne Probleme gesucht, obwohl es ihn fast von der Fährte geblasen hat.
Mittags hatten wir kurzes Training auf dem Sportplatz. Fuss-Laufen gegen den Wind – gar nicht so einfach! Voraus und Revieren hat ohne Probleme geklappt, mehr haben wir nicht mehr gemacht.
Samstag kurz nach zwei ging es dann richtig los: ich war mit Glenmore mit der Unterordnung dran und durfte als erster laufen. Einmal tief durchatmen, dann gings los…..
Freifolge: sg – freudige, aufmerksame, korrekte Freifolge (Schulter an Knie), Grundstellungen etwas langsam (Juchhuuuuuu: kein Bedrängen, kein Springen…)
Sitz aus der Bewegung: sg – könnte schneller sein
Platz aus der Bewegung: v
Steh-Übung: sg – ein, zwei Schritte nachgelaufen
Von da an hat der LR nichts mehr gesagt, alle anderen Übungen im v! 96 Punkte!!! Bis zu diesem Zeitpunkt die erste UO im V!!!
Ach ja, hier ein Gruß an den Rambo aus dem Gebrauchshund: ich habe der Damenwelt mal wieder alle Ehre gemacht…… Das Holz flog auf ebener Erde schon mal nicht gerade sehr weit. Jetzt die Hürde: Ausholen, Werfen,…. Ups, da lag das Holz aber schräg neben der Hürde…. Ein Blick zum Richter, OK, ich darf nochmal werfen. Konzentration, Schwung, Wurf… Puh, geklappt!!
Schrägwand: Schwung, Wurf….Mist, wieder daneben. Der Richter hat gar nicht meinen Blick abgewartet sondern mir gleich das Zeichen gegeben, nochmals zu werfen... Jaja, ich suche immer noch ein geeignetes Apportierholz-Werfen-Seminar….
Boah, mir ist in der Ablage einmal kurz das Herz stehen geblieben… Auf einmal höre ich ein tiefes Bellen von Glen…. Neben dem Sportplatz war eine Skateranlage und einige Jungs haben just in dem Moment angefangen Skateboard zu fahren. Das hat ganz schön gepoldert und mein wachsames Streifenhörnchen hat das als Bedrohung aufgefasst und musste die lauten Burschen kurz mal verwarnen… ABER: er ist liegen geblieben!!!! 
Dann der Schutzdienst, Glenmores Lieblingsdisziplin:
Revieren: zügig, eng, v
Verbellen: g. Glenmore hat an der ärmelfreien Seite ganz am Versteck verbellt. Das hat der Richter so interpretiert, dass Glenmore den Helfer meidet/vor ihm Angst hat. Dieses Kriterium hat er in allen anderen Bewachungsphasen auch angesetzt, so dass wir weitere 5 Punkte Abzug für die ganzen Bewachungsphasen bekamen. Glenmore hat den Helfer mit seiner gewohnten Ruhe aber dennoch total unter Spannung bewacht. Einen halben Punkt Abzug gabs noch, weil Glenmore vor dem Rückentransport die Grundstellung selbständig aufgelöst hat und ich den Abstand zum Helfer nicht eingehalten habe.
Dann kam die Bewertung des Richters: 95 Punkte. Kaum war ich vom Platz haben mir zig Leute gratuliert und gemeint, dass sei bis jetzt der beste Schutzdienst gewesen und es hätten mehr Punkte sein müssen. Zehn Minuten später kam eine Durchsage: der Richter hat sich bei mir um zwei Punkte verrechnet und muss das Ergebnis korrigieren: 93 Punkte. Das war dann schon frustierend!
Dennoch waren wir nach dem ersten Wettkampftag mit einem Team punktgleich und führend! Aber es gab einige top Ergebnisse in der Fährte und am Sonntag kamen noch einige Favoriten.
Inzwischen hat sich ja auch das Wetter gebessert und wir hatten Sonne pur und nur noch ein leichter Wind. Um kurz nach neun gings am Sonntagmorgen in die Fährte. Los Nr eins!
Pünktlich 9.40 Uhr Fährtenansatz! Das Gelände war junge Frucht (ca. 10 cm hoch), aber ansonsten total trocken und fest.  
So, los ging es… Erster Schenkel, erster Gegenstand, erster Winkel…. Alles lief super! Auf einem Schenkel hat sich Glenmore mal etwas intensiver vergewissert, kurz gekreist. Den zweiten Gegenstand hat er etwas zögernd verwiesen. Beim zweiten Gegenstand meinte dann der Richter zu mir: Jetzt warten wir erstmal ne Weile, sie können sich Zeit lassen. Häh? Wie? Was? Was will der von mir? Zeit lassen??? Auf was warten??? Ja, meinte er, wir warten bis die Rehe weg sind. REHE!!!!!!!!!!!!!!! Ja, ob ich die nicht gesehen hätte. Zehn Meter neben mir war ne Herde Rehe…. Bumm, Bumm,… Mein Herz macht nen kräftigen Schlag, ich blicke nach rechts und sehe die Rehe davon rennen…. Da ich mich nur auf meinen Hund konzentriert habe und Glenmore sich von den Rehen von der Sucharbeit nicht ablenken ließ (er hat nicht einmal mit den Ohren gezuckt), habe ich sie während dem Fährten auch nicht gesehen. Also haben wir am Gegenstand gewartet, bis die Rehe weit genug weg waren, dann habe ich Glenmore wieder angesetzt. Nochmals ein intensives Vergewissern an einem Winkel, sonst hatte der Richter nichts zu bemängeln. Ihm gefiel die ruhige, intensive, gleichmäßige Sucharbeit des Hundes! 98 Punkte!!!!
Was eine Erleichterung! Wir haben es geschafft! Eine Prüfung auf so einer großen Veranstaltung und dann insgesamt 287 Punkte und ein V! Was bin ich stolz auf meinen gestreiften Kampfschmuser!
Jetzt haben wir natürlich angefangen zu rechnen…. Was macht die Konkurrenz? Wer kommt noch alles? Und wir haben Yannick die Daumen gedrückt, der mit 96 in Abteilung A auch gut vorgelegt hat. Mein punktegleicher Konkurrent hatte in der Fährte einen Punkt mehr, also lag ich auf Platz zwei. Yannick bekam auch 96 in UO und 94 in SD. Punktgleich mit einer Konkurrentin, die aber den besseren Schutzdienst hatte. So, von jetzt an wurde jeder Teilnehmer genau verfolgt….. Es kamen noch einige, die vorzügliche Ergebnisse aus der Fährte mitgebracht haben. Aber ein Starter nach dem anderen blieb unter unserer Punktzahl. Ob es wohl doch noch auf das Podest reichte??? Es blieb spannend bis zum Schluss! Vor allem da der Vorjahressieger als letzter Starter an der Reihe war! Da war es dann Fakt: ein Platz auf dem Podest ist uns sicher, es ging dann nur noch um Platz zwei oder drei. Aber Peter war nicht zu schlagen und holte sich mit 291 Punkten wieder den Sieg!
Ich kann euch nicht sagen, was für ein Gefühl es war, auf dem Podest zu stehen! Das hätte ich nie gedacht. Mein Ziel war eine gute Prüfung und die notwendigen Punkte zu erreichen, um auf der dhv DM starten zu können. Und dann so ein Erfolg! 
Ein dickes Danke schön an die treuen Fans und Begleiter, die mir sowohl seelische Unterstützung gegeben haben aber auch als „Handlanger“ ständig parat standen – allen voran Floyd-Sabine.  
So, nun noch ein kurzes Schlusswort: Diesen Erfolg habe ich Knut zu verdanken, mit dessen Hilfe ich Glenmore von Anfang an ausgebildet habe. Und natürlich auch Yannick, der mir mit viel Geduld als Ausbilder, Schutzdiensthelfer, Vereinskamerad und Trainingspartner immer zur Seite steht.
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