VDH DM IPO 28.-31. Juli 2011 in Herne

9. Platz, 288 Punkte (98, 92, 98a)

Nachfolgend ein Bericht von Dieter Jäkel (LV OfS):

„Glenmore“ sorgte für ein Staunen auf der VDH IPO-Deutsche Meisterschaft 2011 in Herne

Der Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) führte seine Deutsche Meisterschaft im Schutzhundesport (IPO) im Stadion in Herne durch. 60 Starterplätze standen den Rassezuchtvereinen für Gebrauchshunde und dem Verband deutscher Hundesportvereine (dhv) zur Verfügung. Aufgefüllt wurde das Feld mit der Weltmeistermannschaft von 2010. Die ersten sechs Hundeführer qualifizierten sich mit ihren Hunden zur Weltmeisterschaft, die dieses Jahr in Rheine stattfindet.

Als amtierende IPO-Landesmeisterin von Baden-Württemberg hatte sich Andrea Manthey mit ihrem Hollandse Herder „Glenmore“, aus der Zuchtstätte „Boyd's Bullriding“, über die Bundessiegerprüfung des Deutschen Verband der Gebrauchshundsportvereine (DVG) in Lütjenburg (Schleswig-Holstein), weiter über die Deutsche Meisterschaft des dhv (Deutscher Hundesportverband), die im Mai in Eilenburg (Sachsen) stattfand, qualifiziert. „Glenmore“ ist der erste Hund dieser Rasse, „Holländischer Schäferhund“, auf so einer großen Veranstaltung.

Eine gute Prüfung ablegen, war der Wunsch der Hundeführerin aus Friesenheim und so wurde in den Wochen davor auf den Hundeplätzen in Friesenheim und Honau und auf dem Sportplatz in Honau intensiver trainiert. „Glenmore“ wurde auf den Punkt genau durch das Trainingsteam Yannick Kayser (Ausbildungswart Friesenheim) und Dieter Jäkel (Ausbildungswart Honau) in Topform gebracht.

Donnerstag war dann Anreise der Hundeführer, denn am Freitag stand das offizielle Training im Stadion auf dem Programm und am Abend im Festzelt die Auslosung der Startnummern. Manthey zog die Startnummer 29. Das bedeutete: Samstag um 11.40 Uhr Fährte, Sonntag 8.55 Uhr Unterordnung und um 9.52 Uhr der Schutzdienst. Allen mitgereisten Schlachtenbummlern fiel ein Stein vom Herzen über die moderaten Startzeiten, wenn man bedenkt, dass die Vorführungen im Stadion schon um 6.00 Uhr beginnen, so hätte man unter Umständen auf das Frühstück im Hotel verzichten müssen.

Wegen der langen Anfahrt ins Fährtengelände mussten sich die Hundeführer eineinhalb Stunden vor der Ansetzzeit beim Fährtenlotsen treffen. In der Fährtengruppe zog Manthey die Nummer 6, die letzte Fährte in dieser Gruppe. Mit einer Stunde Verspätung nach Zeitplan begann dann auch für Andrea Manthey und „Glenmore“ die Prüfung.

Der Rüde zeigte vom Ansatz an ein intensives Suchen, mit tiefer Nase und gleichbleibendem Tempo auf den Schenkeln. An den Winkeln 1 bis 3 ein kurzes Überzeugen ohne den Fährtenverlauf zu verlassen. Nur der letzte Winkel wurde etwas überlaufen, aber „Glenmore“ korrigierte sich selbstständig, ohne auf eine Führerhilfe angewiesen zu sein. Die Gegenstände: hier hätte sich der Rüde etwas direkter in die „Platz“ Position ablegen müssen. KfT Leistungsrichter Erich Milau vergab für diese gewohnt vorzügliche Arbeit 98 Punkte.

Selbst der Versprecher des Stadionansagers, er machte aus den zwei Söhnen kurzerhand zwei Töchter, konnte die Konzentration bei der Andrea Manthey nicht stören. Hoch konzentriert auf die Hundeführerin und dennoch freudig ging der Rüde korrekt am Knie auf der ersten Bahn in der Freifolge. Die Wendungen führte er eng, schnell und aktiv aus. Auf der zweiten Bahn nach dem „Halt“ begann er dann etwas in die Hundeführerin hinein zudrücken. Die Positionen „Sitz“, „Platz“, „Steh“ hätte er schneller ausführen müssen, die Zuläufe selber waren dann wieder druckvoll.

 

Die Apportierübungen waren fast ohne Beanstandung und nach einem druckvollen, sehr schnellem „Voraus“, das von dem fachkundigen Publikum mit Beifall bedacht wurde, konnte Manthey den Rüden zur Ablage bringen. Die Ablage selber war „Vorzüglich“. dhv Leistungsrichter Wilfried Schäpermeier vergab für diese Leistung 92 Punkte, ein „Sehr Gut“.

Mit der Titelmusik von „Pirates of the Caribbean“ begann der Schutzdienst. Streife nach dem Helfer: druckvolles, enges Umlaufen der Verstecke, lässt sich hervorragend leiten und lenken. Stellen: dicht und aufmerksam. Verbellen: druckvoll, anhaltend bis zum Abrufen. Absolute Führigkeit beim Bringen zur Ablage. Direktes Vereiteln des Fluchtversuches des Schutzdiensthelfers mit vollem ruhigem Griff in der Belastung. Ruhiger Griff auch in der Übergangsphase vor dem „Aus“ und ein klares Trennen auf Kommando. Im Rückentransport ging der Rüde absolut korrekt und der Abstand zum Helfer wurde mit fünf Schritten eingehalten. Der Überfall aus dem Rückentransport wurde direkt, wuchtig mit vollem, ruhigem Griff, bis zum Ende der Belastung beantwortet. Dann wieder ein ruhiger Griff in der Übergangsphase vor dem „Aus“ und ein klares Trennen auf Kommando. Ein perfekter Seitentransport beendete den ersten Teil des Schutzdienstes. Unter Beifall und der wieder eingespielten Titelmusik von „Pirates of the Caribbean“ ging es zum Ausgangspunkt für den zweiten Teil.

 

Schnell und druckvoll ging „Glenmore“ durch den Angriff des zweiten Helfers und setzte wieder einen vollen, ruhigen Griff, den er bis zum Schluss hielt. Auf Kommando „Aus“ wieder ein klares Trennen aus dem Schutzarm. Der abschließende Angriff auf den Hund aus der Bewachungsphase wurde wieder direkt mit vollem Griff beantwortet. Ein fast perfekter Schutzdienst, bis auf minimale Einschränkungen in den Bewachungsphasen. Diese hätte er etwas aktiver zeigen müssen.

SV Leistungsrichter Horst Dieter Träger vergab 98 Punkte, ein „Vorzüglich. Einen besseren Schutzdienst gab es bei dieser Veranstaltung nicht. Der Sieger, Weltmeister Edgar Scherkl mit seinem „Cayman vom Adlerauge“, erhielt ebenfalls 98 Punkte. Im Endklassement mit einem Gesamt „Vorzüglich“ mit 288 Punkten belegte Andrea Manthey den 9. Platz und ließ namhafte Hundeführer auf den Platzierungen hinter sich.

Selbst wenn am Ende drei Punkte fehlten, um sich für die Weltmeistermannschaft zu qualifizieren, war die Freude über solch eine tolle Prüfung riesengroß: die Tränen die flossen, waren Freudentränen. Viele Fans und Zuschauer beglückwünschten das Newcomer-Team und wünschten ihnen, dass es vielleicht im nächsten Jahr für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft reichen wird.

Fotos: Anne Eisemann, Corinna Konieczny

Eigene Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!